Gallenblasenentfernung

Gallenblasenentfernung über Bauchspiegelung

Bei entstandenen Gallensteinen (Cholecystolithiasis) kommt es bei ca. 50 % der Patienten zu Symptomen wie Druckgefühl im re. Oberbauch, Druckschmerz, wiederholter Übelkeit oder Stuhlveränderungen. In ca. 50 % der Fälle können auch überhaupt keine Beschwerden vorliegen (sog. stumme Gallensteinträger). Bei ca. 10 % der Patientinnen und Patienten kommt es vereinzelt oder wiederholt zum Auftreten von schmerzhaften Koliken.

Dabei besitzt ein Gallensteinleiden, auch bei noch bestehender Symptomfreiheit, ein unaufhaltsames Fortschreiten mit irgendwann eintretenden Komplikationen. Aus diesem Grund ist bei Auftreten von Gallensteinen eine vorsorgliche Gallenblasenentfernung indiziert.

Nach der vor ca. 10 - 15 Jahren in den meisten Kliniken in Deutschland eingeführten Gallenblasenentfernung über Bauchspiegelung war es nur eine Frage der Zeit, bis dieser Trend fortgeführt wurde zur ambulanten Durchführung der Gallenblasenentfernung über Bauchspiegelung. Auch hierzu gibt es heute bereits über zwanzigjährige Erfahrung im Verlauf sowie Untersuchungen und Ergebnisse im Vergleich zur stationären Durchführung.

Eine ambulante Gallenblasenentfernung kann jedoch nicht bei jedem Patienten durchgeführt werden. Bestimmte pathologische Laborwerte oder Sonographiebefunde, welche Hinweise auf eine ausgeprägte akute Gallenblasenentzündung oder einen aufstauenden Gallengangstein geben, sprechen im Einzelfall eher für eine stationäre Durchführung der Operation. Auch im hohen Alter mit auftretenden Begleiterkrankungen und zusätzlichen Risikofaktoren sollte eine stationäre Durchführung der Operation erfolgen. Insgesamt kommen jedoch über 80 % der Patientinnen und Patienten mit Gallensteinen für eine ambulante Durchführung der Gallenblasenentfernung über Bauchspiegelung in Frage.

Übergewicht oder Adipositas und Voroperationen am Bauch sind keine grundsätzlichen Kontraindikationen. Gerade diese Patientinnen oder Patienten profitieren meist von einer ambulanten Durchführung der Operation.

Vergleichende Langzeit-Untersuchungen zeigen, dass es im direkten Vergleich einer ambulanten Operation mit einer stationär durchgeführten Operation zu einem deutlich rascheren Genesungsverlauf kommt. So konnte gezeigt werden, dass die Zeit von der ambulanten Operation bis zur normalen Verrichtung der persönlichen Alltagstätigkeiten deutlich kürzer ist , die Zeit der Arbeitsunfähigkeit nach der ambulanten Operation deutlich kürzer ist wie auch die Menge der benötigten Schmerzmedikation nach der ambulanten Operation deutlich geringer ist, während die geringe Komplikationsrate der Methode bei ambulanter Durchführung und stationärer Durchführung gleich ist. Dabei bewerteten in einer anonymen Patientenbefragung aller Patienten nach einer ambulant durchgeführten Gallenblasenentfernung den Ablauf vor, während und nach der Operation als gut bis sehr gut. Alle Patienten würden sich wieder zur ambulanten Durchführung der Gallenblasenentfernung über Bauchspiegelung entscheiden.

Die ambulante Durchführung der Gallenblasenentfernung ist heute z. B. in den Vereinigten Staaten das bevorzugte Vorgehen. Auch in Deutschland wird die ambulante Durchführung in den nächsten Jahren in ambulanten Operationszentren mit optimaler räumlicher, medizintechnischer und personeller Ausstattung weiter deutlich zunehmen. Der hierzu geforderte Sicherheitsstandard beinhaltet dabei im Wesentlichen auch die adäquate Nachbetreuung und eine Erreichbarkeit der Ärzte über eingerichtete Hotlines.

Ob bei vorliegenden Beschwerden Gallensteine vorliegen und ob in Ihrem Fall eine ambulante Gallenblasenentfernung über Bauchspiegelung ambulant durchgeführt werden kann, besprechen wir gerne bei einem persönlichen Gespräch und bei einer Befunderhebung.


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